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ABOUT

SYNOPSIS

Djaner ist acht Jahre alt. Mit Mutter und Bruder kommt der Roma-Junge im Herbst 2015 aus Mazedonien nach Deutschland. In Hamburg darf er zur Schule gehen, Deutsch lernen. Seine Klassenlehrerin, die Mitschüler und ihre Eltern helfen ihm. Er will dazugehören. Aber was wird aus Djaner, als die Familie von der Abschiebung bedroht ist und sich vor der Polizei verstecken muss? Für Adel, den Vater der elfjährigen Ghofran, geht ein Traum in Erfüllung, als seine Frau und die vier Kinder endlich aus Syrien nachkommen. Nun warten die großen Herausforderungen des wirklichen Ankommens auf die Familie: Adel muss eine Wohnung für alle finden. Ghofran trifft in ihrer neuen Schule auf Mädchen, die alles dürfen: Fahrradfahren, sich schminken – neue Möglichkeiten, die das junge Mädchen zunächst strikt ablehnt. Sie will akzeptiert werden, ohne die eigene Identität zu verlieren. Am Beispiel der beiden Kinder und ihrer Familien erzählt ALLES GUT von den kleinen und den großen Hürden, die vor Geflüchteten liegen, wenn sie in Deutschland leben möchten. Der Film nähert sich den entscheidenden Konflikten, die es zu lösen gilt, damit Integration funktionieren kann. Die Regisseurin Pia Lenz hat die Familien in Hamburg über ein Jahr lang mit ihrer Kamera begleitet. Produziert wurde der Film von Hauke Wendler und Carsten Rau, den Machern des Erfolgsfilms WILLKOMMEN AUF DEUTSCH, der einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme des Jahres 2015 war.

CREDITS

TITEL: ALLES GUT
Buch, Regie, Kamera und Ton: Pia Lenz
Montage: Stephan Haase
Musik: The Notwist
Zusätzliche Kamera/Ton: Henning Wirtz
Luftaufnahmen: Matthias Allendorf und Haydar Biyik, Copterproject
Übersetzungen: Laaziza Ollesh, Esra Özer, Khaled Almaani, Samir Faltas
Transkription: Anne Schmalfeldt
Standfotos: Henning Wirtz
Bildbearbeitung: Oliver Stammel
Sound Design/Mischung: Yannick Rehder, Tonik Studio
Produktion: PIER 53 Filmproduktion
In Koproduktion mit: NDR und SWR
Gefördert von: Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein
Produzenten: Carsten Rau und Hauke Wendler
Produktionsleitung: Tim Carlberg (NDR), Thomas Lorenz (SWR)
Produktionsassistenz: Andrea Pittlik
Redaktion: Barbara Denz (NDR), Gudrun Hanke-El Ghomri (SWR)
Im Verleih von: Rise And Shine Cinema

DIE PROTAGONISTEN

Djaner, 8 Jahre Djaner ist mit seinem Bruder Mahmud und seiner Depressionskranken Mutter vor Gewalt, Armut und Diskriminierung geflüchtet. An seinem ersten Tag an einer deutschen Schule geht für den Roma-Jungen ein Traum in Erfüllung: In seiner Heimat bedeutete Schule für ihn Angst vor Schlägen. In Hamburg kümmert sich seine Klassenlehrerin um ihn und auch die neuen Klassenkameraden geben sich große Mühe. Trotzdem bleibt Djaner zunächst ein Außenseiter. Bald kann Djaner seine aufgestaute Wut kaum noch unterdrücken. Dabei möchte er einfach nur dazugehören.
Ghofran, 11 Jahre Ghofran hofft anfangs, sie könne Deutschland bald wieder verlassen. Sie ist gläubige Muslima, hört arabischen Rap und lebt in Gedanken weiter in Syrien. Ihr Vater Adel bemüht sich rührend darum, für seine Familie in Hamburg ein neues Leben aufzubauen. Doch in der Schule, in der Ghofran auf den Regelunterricht vorbereitet wird, begegnet sie Mädchen, die alles dürfen. Das macht ihr Angst. Wie kann sie das bewahren, was ihr bisher Halt gab, ohne sich allem Neuen zu verschließen? Mit viel Mut geht Ghofran auf die Suche nach ihrem Platz in diesem neuen Leben und überrascht am Ende nicht nur sich selbst.
Adel, 43 Jahre, Ghofrans Vater Adel konnte seine Familie auf die gefährliche Flucht nicht mitnehmen. Er weiß am Anfang des Films nicht, wann er seine Frau und die vier Kinder wiedersehen wird. Denn es wird immer schwieriger, Familien aus Syrien nachzuholen. Dabei soll so schnell wie möglich wieder ein normaler Familienalltag einkehren, ein bisschen Frieden, nichts wünscht er sich mehr. Doch als die Familie endlich wieder vereint ist, fangen viele Probleme erst an. Adel würde alles tun, damit es seiner Frau und den Kindern in Deutschland gut geht. Daran droht er zu verzweifeln. Am Ende ist es ausgerechnet der Mut seiner Tochter, der ihm neue Hoffnung gibt.
Alisa, 41 Jahre, Djaners Mutter Alisa zieht ihre beiden Söhne alleine groß, weil sie keine andere Wahl hat. In Mazedonien gab es keine Zukunft für die Familie. Lange Jahre hat Alisa dafür gekämpft, hat sich dabei selber kaum geschont. Doch irgendwann schaffte sie es nicht mehr, ihre Kinder vor der Diskriminierung der Roma in Mazedonien und vor dem prügelnden Vater zu beschützen. In Deutschland hofft Alisa auf einen Neuanfang. Sie bemüht sich, für ihre Söhne stark zu sein, doch an manchen Tagen rauben Angst und Depressionen ihr jede Kraft. Und ständig droht der Mutter und ihren beiden Söhnen die Abschiebung.
Christiane Jessel, Djaners Lehrerin Christiane Jessel ist Grundschullehrerin. Sie möchte Kindern nicht nur Lesen und Schreiben beibringen, sondern sie auf das Leben vorbereiten, ihnen beibringen, wie man miteinander umgeht, wie man Konflikte löst und seine Meinung vertritt. Als Djaner mitten im Schuljahr in ihre Klasse kommt, weiß sie kaum etwas über ihn und seine Geschichte. Mehr und mehr wird Djaners Betreuung für sie zu einer Gratwanderung: Der Junge braucht dringend ihre volle Aufmerksamkeit, doch darüber darf sie die Bedürfnisse der anderen Kinder nicht vernachlässigen.
Henrik Klüver (1968 – 2016), Djaners Schulleiter Henrik Klüver leitete die Grundschule im gutbürgerlichen Stadtteil Hamburg Othmarschen. Als er erfuhr, dass in der Nachbarschaft eine Wohnunterkunft für Flüchtlinge entstehen soll, wollte er sich bestmöglich darauf vorbereiten. Schnell merkte Klüver, dass das kaum möglich ist. Mit Empathie, Geduld und viel Improvisationstalent versuchte er als Schulleiter allen gerecht zu werden: den neuen und den alten Schülern, seinem Kollegium und den deutschen Eltern, von denen sich manche schnell Sorgen um die schulischen Leistungen ihrer Kinder machten. Henrik Klüver verstarb unerwartet während der Dreharbeiten. Ohne seine Unterstützung wäre dieser Film nicht möglich gewesen. ALLES GUT erscheint in Gedenken an ihn.

 

Pia Lenz, Jahrgang 1986, ist eine mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Journalistin und Dokumentarfilmerin. Sie ist im Ruhrgebiet aufgewachsen und lebt in Hamburg. Nach dem Studium der Journalistik an der Universität Dortmund und einem Masterstudium an der Hamburg Media School, folgte ein Volontariat beim NDR Fernsehen. Gemeinsam mit Co-Autor Christian v. Brockhausen realisierte sie dort auch ihren ersten Dokumentarfilm „Hudekamp – Ein Heimatfilm“ (65 Min., D 2012), der im folgenden Jahr mit dem „Deutschen Fernsehpreis“ und dem „Deutschen Sozialpreis“ ausgezeichnet wurde. Neben ihrer Arbeit als Dokumentarfilmerin realisiert sie politische Dokumentationen und Reportagen für öffentlich-rechtliche Fernsehsender, immer wieder auch zum Themenfeld Flucht und Migration (u. a. „Mujib“, ARD 2015) Pia Lenz dreht ihre Filme selbst. Diese Herangehensweise ermöglicht eine besondere Nähe und Authentizität, die für ihre dokumentarischen Arbeiten prägend sind. ALLES GUT ist ihr erster abendfüllender Kino-Dokumentarfilm.

FILMOGRAFIE

DOKUMENTARFILME (Buch, Regie, Kamera, Ton)

„Alles gut“, 2016, Kino/TV, 95 Min., PIER53/NDR/SWR
„Hudekamp – Ein Heimatfilm“, 2012, TV, 65 Min., NDR
„Vergiftet – Wenn Arbeit krank macht“, 2011, TV, 45 Min., NDR
 

TV-REPORTAGEN (Autorin, Regie, Kamera/Ton)

2016 „Herr Abass und das geklaute Land“, 30 Min., NDR
2015 „Mujib – Ohne Eltern auf der Flucht“, 30 Min., ARD
2015 „Ach, Griechenland“, 30 Min., NDR/ARD
2014 „Die Steuerluxe“, 30 Min., NDR/ARD
2014 „Der Daunenkönig“, 30 Min., NDR/ARD
2013 „Jachtfieber“, 30 Min., NDR
div. Magazinbeiträge für Panorama, Panorama 3 und Zapp (2013-2016)
 

AUSZEICHNUNGEN

2015 Deutscher Wirtschaftsfilmpreis Bronze, „Die Steuerluxe“
2014 Top 30 unter 30 Nachwuchsjournalisten, Medium Magazin
2013 Deutscher Fernsehpreis, „Hudekamp“
2013 Deutscher Sozialpreis, „Hudekamp“

AUSGEWÄHLTE FESTIVALS UND PREISE

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